Feuerwehrjugend

Senta Pfaff-Ruediger: Bier und Baggerfahren – Forschungswerkstatt in der „Dorf-Bubble“

Liebes Das bewegt uns-Team,
wir waren am Samstag bei einer Feuerwehrjugend in einem 400-Seelen-Dorf und haben uns mit sechs Jugendlichen (5 davon um die 14 Jahre und einer 19) für unsere Forschungswerkstatt getroffen. Es war sehr entspannt, interessant und wir durften auch mal einen Feuerwehrschlauch ausrollen .
Einige erste Einblicke:
  • Zunächst ging es bei der Frage, was ihnen wichtig ist um Bier und Baggerfahren – was für die Jugendlichen für Gemeinschaft, Freundschaft und Hilfsbereitschaft steht – alle im Dorf helfen mit. Die Jugendlichen sind auch nicht nur in der Feuerwehrjugend, sondern ministrieren und sind im Schützenverein.
  • Bei zwei von ihnen ging es aber auch um Freiheit („ich fahr neben der Piste“ und gehe meinen eigenen Weg) und raus aus dem Dorf (nach Amerika im Sommerurlaub).
  • Digitale Medien spielten bei den beiden, die auch soziale Kontakte außerhalb des Dorfes haben, eine große Rolle, um in Games oder über Social Media mit den Schulfreund*innen in Kontakt zu bleiben. Die anderen verbringen nur sehr wenig Zeit mit Medien, sondern lieber mit Freund*innen und draußen. Interessanterweise nutzen sie aber noch klassischen Medien, zwei von ihnen lesen in und mit der Familie morgens die Tageszeitung.
  • Was sie bewegt: Wie schaffe ich einen guten Schulabschluss bzw. kann meine Lehre gut beenden? Wie schaffe ich den Führerschein? Bei letzterem geht es auch um Mobilität (wenn der Bus nur zweimal am Tag fährt und man lange warten muss).
  • Besonders wichtig war ihnen (und dazu haben sie dann auch kreativ gearbeitet): Wie schaffen wir es, dass wir wieder einen Dorfladen bekommen (im Moment gibt es nicht mal einen Bäcker)? Hierzu hat der Maurerlehrling mit Lego einen Entwurf gebaut und andere haben versucht, eine Unterschriftenliste zu designen. Es sind also vor allem infrastrukturelle Fragen, die sie (politisch) beschäftigen.
  • Einer der Jungen hatte übrigens (mit 13 in der Schule) an der U18-Wahl teilgenommen und hat darüber berichtet. Das Wahllokal war schon für den nächsten Tag im Feuerwehrhaus aufgebaut .
  • Spannend war auch, wie sie unterschiedliche Beteiligungswege einschätzen (dazu mehr dann in der Auswertung) – gaaaanz anders als die älteren Jugendlichen aus der Stadt eine Woche vorher.
  • Und: Corona war für sie nicht schlimm. Sie konnten draußen sein, haben sich trotzdem (heimlich) getroffen und fanden (vielleicht auch aufgrund der langen Fahrtwege) Home Schooling nicht herausfordern.
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