Regie: Daniela Gelić
Nach dem Ende der Kampfhandlungen kehrt eine Familie in ihr verlassenes Heimatdorf Krajov im heutigen Bosnien und Herzegowina zurück und wird mit einer neuen, von Krieg gezeichneten Realität konfrontiert. Gleichzeitig lebt die alte Legende des Kozodlaks fort, eines unheilbringenden Wesens, welches nur durch die Weitergabe an den Nachbarn die Menschen vom Unglück verschonte. Doch als die Grenze zwischen Mythos und Wirklichkeit zu verschwimmen beginnt, offenbart sich, dass der wahre Schrecken nicht aus der Legende stammt, sondern von jenen Menschen ausgeht, mit denen die Familie Tür an Tür lebt.
Das Besondere an dem Film ist, dass er sich zwischen Realität und Mythos bewegt: Der Kozodlak erscheint als metaphorische Figur, die Angst, Schmerz und kollektive Traumatisierung verkörpert. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen erlebter Wirklichkeit und mythischer Ebene. Der Film erzählt außerdem bewusst keine Geschichte von Schuld oder ethnischen Gegensätzen, sondern richtet den Blick auf die universellen menschlichen Folgen von Krieg. Der Fokus liegt darauf, wie Gewalt und Unsicherheit die Wahrnehmung und Entscheidungen von Menschen beeinflussen und menschliche Beziehungen verändern. Besonders interessiert mich die Perspektive der Zivilbevölkerung unmittelbar nach dem Konflikt, wenn Familien in zerstörte oder veränderte Lebensräume zurückkehren. Der Film soll Empathie und Verständnis für die Betroffenen schaffen, unabhängig von Herkunft oder politischer Perspektive.